Janine Trappe von Knödelkult im Interview: Ist gerettet das neue Bio?

Janine Trappe von Knödelkult im Interview: Ist gerettet das neue Bio?

TEAM RETTERGUT
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Retter:innen und Wertschätzer:innen wollen ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Jährlich werden laut WWF bis zu 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland verschwendet, 10 Millionen Tonnen sind davon vermeidbar. Es gibt offensichtlich noch viel zu tun. Aber eben auch schon kreative Lösungsansätze von Initiativen und Unternehmer:innen die Verschwendung nicht mehr länger hinnehmen wollen. Wir stellen sie vor. Die Retter:innen und Wertschätzer, die mit uns gemeinsam gegen Foodwaste kämpfen.

In diesem Interview erklärt uns Janine Trappe, eine der beiden Gründer:innen von Knödelkult, wie man Brot rettet, daraus richtig gute Knödel macht und warum gerettet aus Klimaschutz-Gesichtspunkten das neue Bio ist.

Was rettet ihr und wie funktioniert das genau?

Janine: Wir retten Brot und machen daraus Semmelknödel im Glas. Also aus Brot, das Bäckereien nicht verkaufen konnten. Dafür kaufen wir unseren Bäckerpartnern ihr übrig gebliebenes Brot ab und stellen daraus leckere und lang haltbare Lebensmittel her.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Janine: Mit einer Schnapsidee bei einem Stammtisch hat alles angefangen. Wir waren fassungslos als wir erfuhren, wie viel Brot täglich in einer Bäckerei weggeworfen wird .... dabei kann man daraus doch super Knödel machen. Das war die Geburtsstunde von Knödelkult.

Wem helft ihr damit und was würde passieren, wenn ihr das nicht machen würdet?

Janine: Wir helfen unseren Bäckerpartnern dabei, ihr gutes Brot im Lebensmittelkreislauf zu erhalten. Unverkauftes Brot landet sonst nur zu einem sehr kleinen Teil bei den Tafeln, denn es gibt einfach viel zu viel Brot. Der Rest wird sonst verbrannt oder zu Tierfutter verarbeitet.

Warum tut ihr, was ihr tut?

Janine: Unser Planet ächzt unter unserer Ressourcenverschwendung und jeder elfte Mensch leidet Hunger. Gleichzeitig werfen wir hierzulande jedes fünfte Brot weg. Das ist einfach „brotal“. Wir glauben an eine Zukunft, in der kein Brot mehr weggeworfen wird.

Gab es Hürden die ihr auf dem Weg überwinden musstet?

Janine: Ja so einige ... Die größte Hürde für Hersteller von Retterprodukten ist die im Kopf der Konsumenten. Wir müssen den Menschen beibringen, dass gerettete Lebensmittel kein Abfall sind und das Produkte aus geretteten Lebensmitteln nicht billiger als "normale" Lebensmittel sein müssen. Es geht um Wertschätzung. Aber wir beobachten, dass die Kunden und auch der Handel immer offener werden. Denn aus Klimaschutz-Gesichtspunkten ist "Gerettet" das neue Bio.

Was können wir alle tun, damit die Welt ein bisschen besser wird?

Janine: Nur einkaufen, was man wirklich (ver-)brauchen kann. Lebensmittel gut lagern. Aufessen. Rettet Brot, esst Knödel!

Wir bedanken uns herzlich für das Interview und wenn auch ihr ein Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung setzten wollt und jetzt auch richtig Lust auf gute Knödel habt, hier geht es zu Knödelkult.

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