Lebensmittel retten. Warum eigentlich?

13.07.2021 / 3minutes


Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiges Thema

Die Marmelade im Kühlschrank, die am Deckel einen grünen Schimmel hat. Der Edamer Käse, der an den Ecken dunkelgelb geworden ist. Und dann noch die Kiwi, die an einer Ecke weich geworden ist. Jeder kennt diese Fragen, die sich beim Öffnen der Kühlschranktür stellen. Und dann? Ab in die Tonne? Das bisschen, was jeder so dann und wann wegwirft, summiert sich. Auf ganze 75 Kilogramm pro Einwohner in Deutschland. Wobei Obst und Gemüse den Hauptteil der weggeworfenen Lebensmittel ausmachen. Kein Wunder, wird frisches Obst und Gemüse ja auch am schnellsten schlecht.


Hier kommt der Faktor Wertschätzung ins Spiel. Wie hoch schätzt man eine Packung Himbeeren, die man im Obstladen für 3 Euro gekauft hat, ein? Wahrscheinlich wesentlich geringer im Wert als das Körbchen mit Himbeeren, die man in gebückter Haltung in einem Obsthain selbst gepflückt hat. Wertschätzung hat in unserer hochtechnisierten und der Natur entfremdeten Gesellschaft viel mit dem Preis zu tun. Ob ein Ei 40 Cent oder 20 Cent kostet, das bei gleicher Größe und ähnlichem Geschmack im Supermarktregal liegt, das macht einen großen Unterschied. Obwohl doch ein Ei dem anderen gleicht...

Was machen wir dagegen?

Rettergut hat das Ziel, den Berg der immensen Lebensmittelverschwendung etwas abzutragen. Wenn man bedenkt, dass dieser Berg 12 Millionen Tonnen hoch ist – in Deutschland – wird klar dass da viel Arbeit wartet. 12 Millionen Tonnen, das ist kein kleiner Hügel mehr, sondern schon ein recht großer Berg. Die Zwillingsbrüder Philipp und Stefan Prechtner haben damit angefangen und Rettergut gegründet.

Das Berliner Unternehmen spürt verschwendete Lebensmittel auf und versucht, diese ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen – nämlich, damit Menschen zu ernähren. So entsteht aus krummem Gemüse, das der Supermarkt-Norm nicht entspricht, eine Suppe oder ein Aufstrich. Spaghetti-Abschnitte (ja, das gibt es wirklich!) werden zu Fussili kleingeschnippelt. Ein alkoholisches Getränk hatten sie auch schon im Sortiment.

„Ein großer Teil unserer Arbeit besteht darin, herauszufinden, wann und wo Lebensmittel verschwendet werden. Das beginnt auf dem Acker, geht über Sortierbetriebe und Herstellbetriebe, den Handel und endet beim Verbraucher. Auf der ganzen Strecke werden Lebensmittel weggeworfen, was das Zeug hält. Das Problem ist größer, als man denkt“, sagt Philipp Prechtner. Und verweist auf über 100.000 Kilogramm Lebensmittel, die Rettergut bisher bereits gerettet hat.

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